Tauchanzüge: Dress Code für Taucher

Auch beim Tauchen stellt sich die Frage „was ziehe ich an“, allerdings sollte dabei der modische Aspekt nicht an erster Stelle stehen. Das einzig angebrachte, weil notwendige Kleidungsstück, ist der [Tauchanzug->tauchen], die konkrete Auswahl hängt dann vom Einsatzbereich ab, was aber nicht heißt, dass es keine Vielfalt an modischen Designs und Herstellerfirmen gäbe.

Was also müssen Tauchanzüge bieten und was sind die Unterschiede in der Funktionsweise?
Das Material ist in der Regel Neopren bei Nass- oder Halbtrockenanzügen oder beim „Trocki, dem Trockentauchanzug für kalte Gewässer, wasser- und luftdichtes Neopren-Synthetikgemisch.
Die Materialstärke variiert je nach anvisierten Wassertemperaturen zwischen 3-, 5-, 7- und 8mm. Beim Stil unterscheidet man ob einteiliger Overall, Zweiteiler mit Long John , eine Art lange Trägerhose und Jacke, oder Shorty mit kurzen Armen und Beinen für warme Tropenmeere – bei der Wahl sollte die Zweckmäßigkeit im Vordergrund stehen.

Wesentlich ist immer der Aspekt des Schutzes: ein Tauchanzug schützt vor Unterkühlung und gegen Verletzungen z.B. bei ungewolltem Kontakt mit Felsen, Korallen oder der Wehrhaftigkeit der Meeresbewohner. Unterkühlung tritt rasch auf, vor allem bei längeren Tauchgängen und größeren Tiefen. Verletzungsgefahr entsteht ebenfalls leicht, beispielsweise in Strömungsgebieten an Riffen oder beim Ein- oder Ausstieg bei unruhiger See etc. Und wer schon einmal zu Paarungszeiten im Meer unterwegs war, wird erzählen können wie schnell man sich Attacken angriffslustiger Unterwasserbewohner gegenübersieht, die zwar eher harmloser Natur sind, dennoch aber schmerzhaft sein können  wie Nesseltiere, brütende Doktorfische oder andere Meerestiere. Meeresbewohner sind immer auch „Waffenbesitzer“ und Eindringlingen gegenüber gelegentlich ungehalten.

Der einteilige, wasserdurchlässige Nasstauchanzug aus 3-5mm Neopren ist für Sporttaucher in wärmeren Gewässern in der Regel die erste Wahl und damit sicher auch die meistverkaufte Variante. Für den Tropeneinsatz in mittleren Tiefen kann es auch ein Shorty sein.

In europäischen Tauchgebieten ist im Frühjahr oder Herbst dann schon eher der Halbtrockenanzug mit 7-8 mm Materialstärke zu empfehlen. Die  Kapuze und dicht schließende Arm- und Beinmanschetten sollen den übermäßigen Wasserdurchfluss verhindern. Einteilige [Badanzüg->Bademode] und gutsitzende [Badehosen->Herrenbademode] für „drunter“ sind zu empfehlen, denn Nass- oder Halbtrockenanzüge liegen sehr eng an.

Wer sich zu den Hardcore-Tauchern zählt und auch im Winter keine Bergseen scheut, bzw. ohnehin eher in einheimischen Seen oder Nordmeeren unterwegs sein möchte, wird am Trockentauchanzug, dem sogenannten Trocki nicht vorbeikommen. Dieser Anzug ist völlig anders konzipiert, besteht aus speziellem Material und er hält den Taucher vollkommen trocken.
Im Vergleich zu den windschnittigen Designs seiner Konkurrenten lässt der modische Chic hier vielleicht zu wünschen übrig. Aber die Funktionalität ist perfekt: fülliger Schnitt, wasserdichte angesetzte Füßlinge, enge Arm-, Bein- und Halsmanschetten z.B. aus Latex oder speziellem [Neopren->neoprenanzuege] und ein absolut wasser- und gasdichter Reißverschluss. Kopfhaube und Handschuhe als Ergänzung.

Die Isolierung wird perfekt durch das Tragen spezieller Unterwäsche und das Einblasen von Druckluft via Mitteldruckschlauch aus der ersten Stufe des [Atemgerätes->tauchausruestung].
Das so entstandene hohe Luftvolumen muss allerdings durch Bleigewichte ausgeglichen werden und damit ist für den Gebrauch von Trockentauchanzügen auf jeden Fall eine vorherige Schulung notwendig. Das Austarieren muss in Flachwasser ausreichend trainiert sein, um bedrohliche Unfälle zu vermeiden.

Tauchanzüge werden kontinuierlich weiterentwickelt: mehr Wasserdichtigkeit durch Nahtlosigkeit, Materialkombinationen für mehr Tragekomfort bis hin zu Hai-abweisenden Anzügen aus piezoelektrischem Keramikfasermaterial.

Funktional, warm und sicher – und im Design darf ruhig zu viel Bunt gegriffen werden, denn ein Taucher muss sichtbar sein – für seinen Partner und den Guide – und nicht nur in glasklaren Tropengewässern der [Malediven->Tauchurlaub] oder ähnlichen Taucherparadiesen.

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