Geschichte des Bikini

Als der ehemalige Autodesigner Louis Reard 1946 in Paris den Bikini präsentierte, löste er einen Skandal aus. Doch nicht nur die knappe Badebekleidung in der prägnanten Feigenblatt-Form sorgte für Empörung. Die Entscheidung, den Zweiteiler nach dem Bikini-Atoll zu benennen, wo die ersten Atombombentests der Nachkriegszeit stattgefunden hatten, gab dem Aufruhr zusätzliche Explosivität und Schärfe. Hinzu kam, dass zur gleichen Zeit Jacques Heim, ein Modemacher aus Cannes, mit einem zweigeteilten Badeanzug an die Öffentlichkeit ging und seine Kreation passend zu Reards Bikini Atom nannte.

Ganz so neu, wie es die Aufsehen erregende Präsentation der beiden Franzosen nahe legte, war die Idee der kargen Bademode jedoch gar nicht. Bereits auf antiken Wandmalereien aus dem 4. Jahrhundert nach Christus kann man römische Schönheiten bewundern, die lediglich mit einem Bikini bekleidet sind. Auch der Freiburger Valentin Lehr befasste sich um 1900 mit einer Bademode für Anhänger der Freikörperkultur, die lediglich den Brust- und Schambereich bedeckte.

Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts strikte Normen festgelegt wurden, nach denen Badekleidung, die in der Öffentlichkeit getragen wurde, ausschließlich als Einteiler mit Beinansätzen geschnitten sein durften und ein knapper Bikini Moralapostel auf den Plan rief.

Jahrzehnte später traten Brigitte Bardot und Ursula Andres in einem James-Bond-Film in Bikinis auf und sorgten für einen Stimmungswandel. Bikinis waren nicht nur plötzlich gefragt, ihre Anrüchigkeit galt nun auch als chic.

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